Natursteine sind natürlich entstandene geologische Körper, die aus verschiedenen Mineralien bestehen.

Aufgrund Ihrer Entstehung, Zusammensetzung und Ihrer Struktur verfügen Sie über unterschiedliche Merkmale und Eigenschaften. Je nach Entstehungsart haben Sie verschiedene physikalische (z.B. Kapillarität, mechanische Belastbarkeit) und chemische Eigenschaften (z.B. Verfärbung, Reaktion mit Säuren und Basen). Deshalb kann sich auch die Eignung für bestimmte Verwendungen, die Verlegung und die Pflege der Natursteinarten unterscheiden. Bitte beachten Sie, dass Natursteine in Farbe und Struktur unterschiedlich ausfallen können. Muster und Katalogabbildungen geben nur den Charakter des Materials wieder. Abweichungen hinsichtlich Farbe, Stärke und Verarbeitung müssen gestattet sein, wenn der natürliche Charakter des Materials erhalten bleibt. Bei bestimmten Materialien sind z.B. Spachtelungen und Verklebungen, sofern fachgerecht ausgeführt, erlaubt. Da Fliesen, Sockel, Bodenplatten und Fertigarbeiten aus verschiedenen Blöcken gefertigt werden, können auch bei gleichzeitiger Lieferung, Abweichungen zwischen den verschiedenen Produkten auftreten. Obwohl Natursteine mit modernster Produktionstechnik bearbeitet werden, können technisch und durch das bearbeitete Material bedingte Massabweichungen bei der Fertigung entstehen, die akzeptiert werden müssen. Bei bestimmten Bearbeitungsverfahren (z.B. antikisieren) und Abbaumethoden muss mit technisch bedingten grösseren Fertigungstoleranzen gerechnet werden. Antikmarmor: Löcher, Risse und Ausbrechungen, die durch den Produktionsprozess der künstlichen Alterung entstehen, sind beim Antikmarmor beabsichtigt und daher kein Grund zur Beanstandung. Beim Antikmarmor werden Fliesen und Fertigarbeiten mit unterschiedlichen Verfahren gealtert. Unterschiede in der Oberfläche und der Kantenbearbeitung müssen akzeptiert werden. Viele Materialien, die handelsüblich unter der Bezeichnung wie z.B. Granit oder Marmor geführt werden, sind keine Granite bzw. Marmore. Obwohl sie zum Teil granit-oder marmorähnlich sind, können Sie andere Eigenschaften aufweisen, welche die Verwendungsmöglichkeiten dieser Materialien eventuell einschränken



Technische Eigenschaften von Naturstein



Für die Auswahl eines geeigneten Natursteines für eine bestimmte Anwendung werden unter anderem die in der Folge aufgezeichneten technischen Werte verwendet. Diese werden mit genormten Prüfverfahren ermittelt. Die Frostbeständigkeit wird nach DIN 52104 ermittelt. Dieser Wert ist zusammen mit der Art der Unterkonstruktion und der Fleckempfindlichkeit für die Eignung von Materialien im Aussenbereich massgeblich. Die Wasseraufnahme wird nach DIN 52103 ermittelt. Dieser Wert ist in dreifacher Hinsicht von Bedeutung: eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit wirkt sich positiv auf die Fleckempfindlichkeit, Frostbeständigkeit und Säureempfindlichkeit eines Materials aus. Die Druckfestigkeit wird nach DIN 51105 ermittelt. Der entsprechende Wert dient zur Beurteilung der mechanischen Belastbarkeit eines Materials. Die Biegezugfestigkeit wird nach DIN 52112 ermittelt. Dieser Wert ist insbesondere relevant für die Beurteilung der Statik freitragender Konstruktion bei längeren Werkstücken. Die Abriebfestigkeit wird nach DIN 52108 ermittelt. Insbesondere für stark frequentierte Bereiche ist dieser Wert von Bedeutung. Weitere Kriterien für die Beurteilung der Eignung von Natursteinen für bestimmte Anwendungen sind der Mineralbestand und optische Eigenschaften, wie z.B. Homogenität von Textur und Farbe.



Gesteinsarten



Tiefengestein

Tiefengesteine entstehen durch das Eindringen und die langsame Abkühlung von Magmamassen unter der Erdoberfläche. Tiefengesteine erkennt man an den gut sichtbaren Kristallen, die ein richtungsloses und kompaktes Erscheinungsbild ergeben.



Ergussgestein

Die Entstehung der Ergussgesteine ist ähnlich der Tiefengesteine, nur in umgekehrter Richtung. Hier wird flüssiges Magma an die Erdoberfläche befördert und kühlt dort relativ schnell ab, wobei sich voneinander stark abweichende Strukturen gebildet haben. Die Struktur geht von fein bis grobporig, zum Teil sind Fliessstrukturen erkennbar.



Sedimentgestein

einen, Salz- und Süsswasser Ablagerungen, sowie von vulkanischen Aschen. Aussehen und Eigenschaften des Materials hängen dabei von dem Druck bei der Entstehung, der Art und Größe der Primärgesteine, der Länge der Transportwege der Gesteinspartikel und der zur Verfügung stehenden Bindemittel ab, daher ist eine einheitliche Beschreibung nicht möglich.



Metamorphes Gestein

Metamorphe Gesteine entstanden aus vorhandenem Gestein durch Absenkung in die Tiefe unter hohem Druck und hoher Temperatur. Die metamorphen Gesteine bilden eine sehr große Gruppe von Nutzgesteinen, die chemisch stark variieren und recht unterschiedlich aussehen. Häufig wiederkehrende Erkennungsmerkmale sind gut erkennbare Kristalle, starke Struktur und kompaktes Gefüge.



Gesteinsgruppen



Tiefengestein



Granit

Technisch gute Eigenschaften für den Innen- und Aussenbereich. Graue Granite werden im Laufe der Zeit gelb. Gelbe Granite werden durch das Flammen rötlich. Gelegentlich tauchen dunkle Konzentrationen von Biotit auf, die keinen Mangel darstellen. Dunkle oder schwarze Sorten existieren nicht. Das Material zeigt sich grundsätzlich richtungslos. Sehr helle Granite sollten bei der Verlegung vorher rückseitig mit spezieller Naturstein-Dichtschlämme behandelt werden.



Granodiorit

Granodiorite haben ein gleichmässiges optisches Erscheinungs-bild. Erkennungsmerkmal ist ihre mittel- dunkelgraue Farbe und fein- bis mittelkörnige, seltener grobkörnige Struktur.



Diorit

Ähnlich Granit, dass heißt Gelbverfärbung ist möglich. Aufgrund geringerem Quarzgehaltes ist die Politur nicht so lange haltbar. Bei diamantgesägten Werkstückrückseiten empfiehlt sich eine Haftbrücke. Von meist dunkelgrauer oder dunkelgrünlicher Farbe. In einigen Fällen auch mittelgrau. Bunte oder strukturierte Farben tauchen nie auf, die Körnung ist wesentlich feiner als beim Granit.



Gabbro

Gelegentlich weissliche Calcium-Karbonat Ausblühungen. Besonderer Hinweis: Politur beim Nero Impala nicht dauerhaft. Im Gegensatz zu den Dioriten erscheint dieses Gestein dunkler und verfügt über grob- bis mittelkörnige und feinkörnige Gefüge-strukturen. In dem gleichmässig strukturiertem Gefüge mit sperrig ausgebildeten Mineralkomponenten tauchen die Farben dunkelgrau, schwarz und dunkelgrün auf.



Syenit

In stark frequentierten Bereichen kann es zu Politur- bzw. Schliffbildverlust aufgrund des geringen Quarzgehaltes kommen. Die Larvikite (z.B. Blue Pearl, Emerald Pearl) weisen gerichtete Feldspäte auf, die das Licht je nach Lage unterschiedlich reflektieren. Deshalb sollten diese Materialien so gedreht werden, dass sie ein einheitliches Erscheinungsbild zeigen. Das Farbspektrum erstreckt sich von rötlich/rot bis braun, bläulich/weiss und grün mit kaum oder keinem Quarzanteil.



Foyait

Ähnlich, wie bei den Syeniten weisen die Materialien eine geringere mechanische Resistenz auf. Geringe chemische Resistenz des Minerals Sodalit selbst bei schwach konzentrierten Säuren. Stark wechselnde Textur und Farbe. Eine Bemusterung muss sorgfältig gewählt werden. Durch die Bezeichnung Granit wird hier eine chemische Resistenz suggeriert, die nicht vorhanden ist.



Ergussgesteine



Rhyolit

Ähnliche Eigenschaften wie Granit. Gelegentlich können Glasadern vorkommen. Folgende Farben kommen vor: weisslich/gelb über zarte und kräftige Rottöne bis hin zu grauen, violetten und braunen Farbspielen.



Basalt

Ähnlich Gabbro. Selten: Zerstörung des Gesteins durch Volumenvergrösserung (sogenannter Sonnenbrennereffekt). Bei hohem technischen Gebrauchswert sind Basalte schwarze, geologisch junge Ergussgesteine. Ein Basalt ist feinkörniger und dunkler als ein Granit.



Sedimentgestein

Kalkstein

Geringe Härte, daher sehr kratzempfindlich; besonders zu beachten bei poliertem Material (i.d.R. je schwärzer das Material, um so geringer die Härte). Bei einigen Materialien tritt eine natürliche Rissbildung auf (z. B. Rosso Verona). Bei Nero Marquina kann es im Bereich der weißen Adern zu Aufsplitterung kommen. Kalksteine werden häufig in antiker Optik produziert, wodurch spätere Gebrauchsspuren das gewünschte Aussehen sogar verstärken. Bei Kalksteinen dominieren creme-beige-braune Farbtöne. Rötliche, rote, graue und schwarze kommen seltener vor, bei starken Texturschwankungen. Bei hellen Sorten besteht die Gefahr des Durchschlagens. Anders als beim Marmor wirkt der Kalkstein in der Betrachtung des Querbruches stumpf.



Travertin

Gespachtelte Materialien eignen sich nicht für Fussbodenheizungen und nicht für den Außenbereich. Bei stärker frequentierten Bereichen unterliegt die Spachtelung stärkerer Abnutzung als das Grundmaterial. Je nach Sorte muss mit stark wechselnden Texturen gerechnet werden bei stark ausgeprägter Porencharakterisik.



Metamorphes Gestein

Marmor

Um Verfärbungen zu vermeiden, ist die Dünnbettverlegung zu bevorzugen. Bei hellem Marmor können evtl. Verfärbungen auftreten (insbesondere durch gesteinsimmanente Minerale). Bei einigen Sorten (z.B. Bianco Carrara) sind kleinere Löcher (Tarolis) in der Oberfläche zu sehen. Als nahezu sicheres Erkennungs- bzw. Unterscheidungsmerkmal zwischen Marmor und Kalkstein dient die Betrachtung im Querbruch. Marmor hat eine zuckerkörnige glitzernde Struktur.



Dolomitmarmor

Analog zu Marmor, jedoch höhere mechanische und chemische Resistenz. Das Farbspektrum erreicht von schneeweiss (Thassos) bis stark glimmerreichen Materialien wie Palissandro.



Quarzit

Hier sind die hohen Gebrauchseigenschaften zu nennen. Stichig wirkende Werkstücke sind für Fussbodenheizung auszuschliessen. Stark wechselnde Textur und Farbe. Eine Bemusterung muß sorgfältig gewählt werden. Zum Teil erhebliche Unterschiede in Textur und Farbe zwischen einzelnen Produkten.



Paragneis

Eigenschaften ähnlich wie beim Granit. Verfärbung durch gesteinsimmanente Minerale (Pyrit) möglich. Desweiteren ist die Wasseraufnahme höher als beim Granit. Paragneise sind meistens grau bzw. grauweiss und haben durch den starken Schichtungscharakter deutlich erkennbare Lagen- und Parallelgefüge.



Orthogneis

Diese Materialien neigen zu hoher Wasseraufnahme. Stark wechselnde Textur und Farbe. Eine Bemusterung muss sorgfältig gewählt werden. Zum Teil erhebliche Unterschiede in Textur und Farbe zwischen einzelnen Produkten, meist kräftig bunt (gelbliche und rote Farben) in stark ausgeprägter Richtungs-charakteristik.



Migmatit

Stark wechselnde Textur und Farbe. Eine Bemusterung muss sorgfältig gewählt werden. Zum Teil erhebliche Unterschiede in Textur und Farbe zwischen einzelnen Produkten. Migmatite haben gewöhnlich eine parallele und getrennte Bänderung bei sehr buntem Gesamteindruck.



Granulit

Risiko von Ausrostungen, besonders bei geflammter Oberfläche. Desweiteren ist die Wasseraufnahme recht hoch. Der Gesamteindruck des Steines ist sehr hell, brombeerfarbene Granate (Silikate) verleihen den Granuliten ein einmaliges Aussehen.



Serpentinit

Insbesondere bei Serpentiniten (z.B. Verde Guatemala) kann es bei der Verlegung durch Hydratation zum Schüsseln (verbiegen) des Materials kommen. Die Eigenschaften dieses Material sind analog zum Marmor. Serpentinite sind nicht für den Aussen-bereich geeignet. Meist zeigt sich dieses Material in einem kräftigem grün, rote Steine werden häfig mit Kalksteinen verwechselt.



Die richtige Pflege für alle Naturstein



1. Granit -innen-

Granit, wie auch für Gneise, Syenite, Migmatite, Quarzite zählen zu den Hartgesteinen und sind deshalb sehr widerstandsfähig und unempfindlich. Zur Erhaltung der hervorragenden Eigenschaften und des schönen Aussehens sollen nachstehende Tipps beachtet werden. Nach dem Verlegen: Die evtl. auf der Oberfläche zurückgebliebenen Reste von Fugenmaterial müssen entfernt werden. Dazu empfehlen wir eine Reinigung mit Lithofin MN-Zementschleierentferner, ca.1:7 mit Wasser verdünnt. Schutzbehandlung: Saugfähige, helle und unifarbene Granite sollten gegen Flecken imprägniert werden. Mit Lithofin MN-Fleckstop verhindert man das Eindringen von Wasser, Schmutz und Öl, so dass Flecken nicht mehr entstehen, oder leichter entfernt werden können. Regelmäßige Unterhaltspflege: Wie von allen Bodenbelägen, muss auch von Granit regelmäßig Schmutz und Staub entfernt werden. Durch nassfeuchtes Wischen mit Wasser, dem ein Schuss Lithofin MN- Wischpflege zugegeben wird, erreicht man eine gute Reinigungswirkung. Gleichzeitig wird der Belag gepflegt, das heißt, es werden Stoffe zugeführt, die die Farbe erhalten und den Belag unempfindlicher machen.



2. Granit -außen-

Wegen seiner Widerstandsfähigkeit und Witterungsbeständigkeit wird Granit, wie auch andere Hartgesteine, häufig im Außenbereich verlegt. Die Oberflächen sind meist rau, also gesägt oder geflammt. Nach dem Verlegen: Die Reste von Fugenmaterial können mit Lithofin MN-Zementschleierentferner, ca.1:4 mit Wasser verdünnt, restlos beseitigt werden. Danach zeigt der Stein seine Farbstruktur. Schutzbehandlung: Die raue Oberfläche ist meist etwas farblos und lässt Struktur vermissen. Eine Behandlung mit Lithofin MN- Farbvertiefer bringt die volle Schönheit des Steins zum Vorschein. Gleichzeitig wird die Wasseraufnahme reduziert und die Fleckempfindlichkeit des Belages verringert. Regelmäßige Unterhaltspflege: Je nach persönlichem Anspruch, losen Schmutz durch Kehren beseitigen und von Zeit zu Zeit nass wischen. Dabei wird dem Wasser Lithofin MN- Wischpflege zugesetzt. Bei sehr rauen Oberflächen ist Bürsten hilfreich.



3. Marmor -poliert, innen-

Marmor galt schon in der Antike als edles Material für Bäder, für Tische, als Wand- und Bodenbedeckung. Die Eleganz der Farben und der Maserung garantieren seine Exklusivität. Besonderer Hinweis: Marmor gehört zu den Kalksteinen und ist somit säureempfindlich und je nach Typ auch kratzempfindlich. Nach dem Verlegen: Eine Grundreinigung mit Lithofin MN Grundreiniger entfernt Bauschmutz und ähnliche Verunreinigungen. Bitte beachten: Es dürfen keine (säurehaltigen) Zementschleierentferner eingesetzt werden. Reste von Fugmaterial mit Lithofin MN Grundreiniger einweichen und mit Holzspachtel oder hartem Pad-Schwamm abreiben. Schutzbehandlung: Zum Schutz gegen Öl- und Fettflecken sollten alle gefährdeten Flächen mit Lithofin MN-Fleckstop behandelt werden. Insbesondere Badezimmer, Küchen, Essbereiche u.ä. brauchen diesen Schutz, der erst nach mehreren Jahren erneut aufgetragen werden muss. Hinweis: Imprägnierungen schützen nicht vor matten Flecken durch säurehaltige Substanzen wie Essig, Wein, Ketchup, Limonaden u.ä. Regelmäßige Unterhaltspflege: Edle Materialien verlangen mehr Aufmerksamkeit und Pflege. So sollten Sie einen polierten Marmorbelag regelmäßig nassfeucht aufwischen, um Staub, Fettschmutz und andere Verunreinigungen zu entfernen. Geben Sie dem Wischwasser Lithofin MN- Wischpflege bei, führen Sie dem Stein gleichzeitig pflegende Stoffe zu, die ihn farbkräftiger und satter erscheinen lassen. Bei stärkerer Beanspruchung, insbesondere bei schon erkennbarer Mattierung, sollte nach jedem dritten Wischvorgang einmal mit Lithofin MN- Glanzpflege gewischt werden. Dies verstärkt bzw. erhält den Glanz Ihres Belages. Hinweis: Keinesfalls dürfen säurehaltige Reiniger, Scheuersand u.a. auf poliertem Marmor oder Kalkstein verwendet werden.